Burg Nijō – Warum mich diese Burg schwer beeindruckt hat

Burg Nijō - Warum mich diese Burg schwer beeindruckt hat
Burg Nijō – Warum mich diese Burg schwer beeindruckt hat

Prachtvolle Shogunatsresidenz

Die Burg Nijō (Nijō-jō, 二条城) wurde 1601 von dem ersten Shogun der Edo-Zeit und einem der drei Reichseiniger, Tokugawa Ieyasu, in Kyoto errichtet. Sie diente dem Shogun als Residenz, wenn er einmal in Kyoto war und verfügte daher über eine entsprechende Befestigung.
Allerdings kam diese selten zum Einsatz, da der Hauptsitz des Shoguns in Edo, dem heutigen Tokio, lag.

 

Burg Nijō

 

Das Wichtigste in aller Kürze

Die Anlage besteht aus zwei viereckigen Bereichen. Der innere quadratische Kernbereich (honmaru, zentraler Verteidigungsring) wird noch einmal von einem rechteckigen Bereich (ninomaru, äußerer Verteidigungsring) und dieser wiederum von einem Wassergraben umgeben. Wobei auch der Honmaru noch einmal durch einen Wehrgraben geschützt ist. Darum befinden sich diverse Gärten, die bis heute aufwändig gepflegt werden.

Beide Bereiche verfügen über je ein Palastgebäude.

 

Burg Nijō mit Gärten

 

Teile der Residenz brannten Anfang ds 19. Jahrhunderts nieder und fielen schweren Erdbeben zum Opfer. Die Schäden konnten jedoch fast komplett wieder repariert werden. Die Burg ist die einzige Fürstenresidenz der Edo-Zeit, die erhalten ist, weshalb sie heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Übrigens: Das Kanji 城 (-jō) kann im Deutschen mit Schloss, Burg oder Festung übersetzt werden. Im Japanischen sind diese Anlagen meist eine Mischung aus dem, was wir unter einem Schloss oder einer Burg verstehen würden.

 

Der Burggraben
Der Burggraben.

 

Die Palastanlage

Nachdem du den Haupteingang, das Osttor (Higashi-Ōte-mon) passiert hast, gelangst du auf eine Art Vorplatz, der dich zum eigentlichen Eingang des Ninomaru-Palasts leitet. Nachdem du ein weiteres Tor, das Kara-mon, passiert hast, befindest du dich im Palast. Diese ist zickzackförmig angelegt und in unterschiedliche Teilbereiche unterteilt (Tōsaburai, Shikida, Ōhiroma, Kuro-Shoin und Shiro-Shoin). Diese Bereiche umgibt ein Gang, der berühmte Nachtigallen-Flur, der beim Betreten quietscht. Selbst Ninja sollen hier keine Chance haben, dem quietschenden Holz zu entgehen und sich dadurch zu verraten. Er galt also als Sicherheitsmaßnahme.

 

Das Kara-mon
Das Kara-mon

 

 

Die Palasträume sind mit Tatamimatten ausgelegt und bestechen vor allen Dingen durch ihre aufwendige Verzierung an Decke und Schiebetüren (fusuma).

Bei der Besichtigung bahnst du dir deinen Weg durch die unterschiedlichen Audienzräume bis hin in die privaten Wohnräume.

Draußen erschließt sich dir ein Blick auf den prachtvollen Ninomaru-Garten, der mit einem großen Teich, diversen Ziersteinen und sorgfältig zurechtgestutzten Kiefern zum Verweilen einladen.

 

Ninomaru-Garten
Ninomaru-Garten

 

Weitergehen würde es in den inneren Verteidigungsring, sofern dieser für die Öffentlichkeit zugänglich wäre. Dort befand sich einst ein zweiter Palastkomplex sowie eine fünfstöckige Pagode, die jedoch zwei Bränden zum Opfer gefallen sind und nicht wieder neu aufgebaut wurden.
Die noch erhaltenen Teile des Honmaru-Palasts sind der Allgemeinheit nur bei besonderen Anlässen zugänglich.

Bis dahin kannst du jedoch die Honmaru-Gärten sowie auf die steinerne Grundmauer des früheren Hauptturms klettern. Von dort aus hast du einen wunderbaren Blick über die komplette Burganlage.

 

 

 

Einzigartige Gartenpracht

Wenn du dir die Anlage ausgiebig angesehen hast, lohnt sich ein weiterer Spaziergang in den umliegenden Grünflächen, den Seiryu-Gärten. In diesen wurden zahlreiche Kirschbaumarten unterschiedlichster Art gepflanzt. Diese blühen nicht alle zur gleichen Zeit, weshalb sich die Kirschblüte an der Burg Nijo meist einen ganzen Monat lang hinzieht (von Ende März, bis Ende April).

Bevor die Kirschblüten blühen, lohnt sich ein besuch im Pflaumengarten der Burg. Auch hier wurden unterschiedliche Pflaumenbaumarten gepflanzt, sodass diese von Ende Februar bis Mitte März in voller Blüte stehen.

In anderen Bereichen stehen außerdem noch Gingko- und Ahornbäume, deren Laub sich im Herbst leuchtend gelb bis rot verfärbt.

Du siehst also, dass die Burg zu jeder Jahreszeit äußerst sehenswert ist.

 

 

Anfahrt & Eintritt

Die Burg lässt sich bequem mit der U-Bahn (Tozai-Linie, Station Nijojo-mae) oder mit dem Citybus erreichen.

Der Eintritt kostet 600 Yen (ca. 4,80 EUR). Wer mag, kann noch einen Audioguide dazu buchen. Den bekommst du in dem kleinen Office-Häuschen direkt am Eingang.

Übrigens: Von hier aus gelangst du gut zu vielen anderen Tempeln in der Nähe. Wie wäre es beispielsweise mit einem Besuch des Goldenen Pavillon oder seinem Nachfolger, dem Silbernen Pavillon?

 

 

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Burg Nijō in Kyoto: Warum mich diese Burg schwer begeistert hat.

 

Hi, ich bin Kathi und bin reisesüchtig. Fremde Kulturen faszinieren mich genauso sehr wie die Sprachen, Bräuche und Sitten anderer Länder. Auf Kulturtänzer zeige ich dir, welche Orte du besucht, welche Speisen du probiert und welche Feste du gefeiert haben musst.

15 Comments

  1. Gina
    9. Juni 2017

    Hi Kathi,

    das ist für mich faszinierend zu lesen. Ich war noch nie in Japan und hätte eine Burg sicher nicht auf einer Liste möglicher Sehenswürdigkeiten vermutet. Danke für diese Erweiterung meines Horizonts!

    LG
    Gina

    Antworten
    1. Kathi
      10. Juni 2017

      Liebe Gina,

      sehr gerne. 🙂 Japan hat so manches zu bieten, was einen ganz oft verwirrt. 😀

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  2. Barbara
    11. Juni 2017

    Hallo Kathi,
    wieder ein Bericht aus Japan, der mir unheimlich gut gefällt. Danke dafür. Ich finde diese Burgen einfach traumhaft, wobei die Parks drum herum glaube ich auch einen großen Teil der Faszination ausmachen. Wie Du schreibst, jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Toll finde ich, dass die Kirschblüte durch verschiedene Baumsorten verlängert wird. Kyoto werde ich mir echt mal länger ansehen.
    Liebe Grüße
    Barbara

    Antworten
    1. Kathi
      11. Juni 2017

      Liebe Barbara,

      ich danke dir. 🙂 Tatsächlich ist Kyoto eine der schönsten Städte, die ich jemals gesehen habe. Man fühlt sich ganz oft in eine andere Zeit versetzt – natürlich mit allen Annehmlichkeiten der heutigen Zeit. Das ist schon wirklich beeindruckend. Ein Besuch bei der Burg Nijo kann ich sehr empfehlen. Es ist schon irre, den Nachtigallenboden, von dem man schon so viel gehört hat, einmal live zu sehen und zu hören. 😉

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  3. Katharina
    11. Juni 2017

    Hallo Kathi,
    wow, so viel Grün – vor allem der Ninomaru-Garten sieht sehr schön aus. Sieht so aus, als ob man hier ein paar entspannte Stunden verbringen könnte. Super, dass es auch einen Audioguide gibt.
    LG
    Katharina

    Antworten
    1. Kathi
      16. Juni 2017

      Hallo Katharina,
      ja, hier lässt es sich tatsächlich aushalten. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  4. Hartmut
    11. Juni 2017

    Liebe Kathi,
    so eine Burg und Japan hätte ich erstmal spontan nicht zusammengebracht… auf der anderen Seite habe ich eigentlich keine Ahnung, was man in Japan so erwarten kann. Das soll sich aber nächstes Jahr ändern, denn ein Besuch ist geplant. Vielleicht schaffen wir es ja auch nach Nijō – vielen Dank für den Tipp!
    LG aus dem hohen Norden,
    Hartmut

    Antworten
    1. Kathi
      16. Juni 2017

      Lieber Hartmut,

      toll! Wann genau geht es für dich denn nach Japan? Melde dich gerne, wenn du Fragen haben solltest. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  5. Victoria
    12. Juni 2017

    Hallo Kathi,

    so eine Burg in Japan sieht doch ganz anders aus als ich mir das vorgestellt hätte. Die Holzhäuser erinnern mich ein wenig an ganz normale thailändische Häuser. Trotzdem merkt man an der Anlage selbst den besonderen Charakter. Ein toller Ort, der sicherlich Spaß gemacht hat ihn zu erkunden.

    Viele Grüße

    Victoria

    Antworten
  6. Katja
    13. Juni 2017

    Hallo Kathi,
    ich finde japanische Gärten auch grandios. In jeder europäischen Stadt, die einen hat, muss ich rein.
    Lustig finde ich deine Erklärung, dass in Japan Schlösser und Burgen sehr ähnlich sind. In Deutschland doch eigentlich auch, oder? Kaum einer kann eine echte Erklärung finden, was was ist.
    Danke für die Phantasiereise 🙂
    Viele Grüße
    Katja

    Antworten
    1. Kathi
      16. Juni 2017

      Liebe Katja,

      das kann ich total verstehen. Naja, ich meinte damit, dass europäische Burgen doch öfter auf einem Hügel stehen und einen Wachturm haben. Während Schlösser doch meist prunkvoll verziert sind und eher keinen Burgfried und Wachturm haben. 😉

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  7. Nina
    17. Juni 2017

    Oh wie schön. Nach Japan wllen wir auch noch unbedingt. Es gibt dort so viel zu entdecken und der Mix von alten Traditionen und den kleinen modernen Verrücktheiten interessiert uns brennend.

    LG, Nina

    Antworten
    1. Kathi
      20. Juni 2017

      Liebe Nina,

      ja, das stimmt. Also nix wie hin. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  8. Jessi
    19. Juni 2017

    Hallo Kathi,
    schon erstaunlich, wie unterschiedlich Burgen in anderen Kulturen aussehen können.
    Diese hier hat wirklich einen besonderen Charme und ich wäre vermutlich dort so begeistert wie Du.
    Vor allem der Garten ist natürlich auch toll und deshalb ist es gut zu wissen, dass die Burg zu jeder Jahreszeit sehenswert ist.

    Liebe Grüße,
    Jessi

    Antworten
    1. Kathi
      21. Juni 2017

      Liebe Jessi,

      tatsächlich sind die Gärten ganz oft sehr liebevoll gestaltet und wären auch allein deswegen schon ganzjährig sehenswert. Der Wechsel der Jahreszeiten gibt ihnen dadurch nur noch mehr Charme. 😉

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten

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