Keine Angst vor den Fettnäpfchen in Japan

Keine Angst vor den Fettnäpfchen in Japan
Keine Angst vor den Fettnäpfchen in Japan

Worauf du achten solltest!

Du kennst sie sicherlich auch: diese tausend Dinge, die du als Ausländer in Japan besser nicht tun solltest, weil du Japaner damit zutiefst beleidigst. Diese Fettnäpfchen, von denen du als Europäer quasi irgendwann einmal hineintappen musst, weil es einfach viel zu viele sind.

Und es stimmt: es gibt sie wirklich und es sind ganz schön viele. Aber nicht so viele wie du denkst, jedoch mehr als genug, als dass sich viele Reisende davor fürchten und somit Japan von ihrer Bucketlist streichen. Schade, denn das Land der aufgehenden Sonne hat so unglaublich viel zu bieten.

Ich zeige dir, dass du keine Angst vor den Fettnäpfchen haben musst und dass diese Andersartigkeit Japans genau das Abenteuer ist, das du gebraucht hast.

 

High-Tech Toiletten

Wir kennen sie aus Dokumentationen und Reportagen, Berichten oder Erzählungen: die Toiletten, die mit soviel High-Tech-Kram ausgestattet sind, dass man Angst hat, am Ende nicht die Spülung betätigt, sondern einen Staubsauger gekauft zu haben.

Zugegebenermaßen verfügt die japanische Toilette meist über diverse praktische Funktionen, aber große Angst vor ihr brauchst du nicht haben. Der Knopf für die Spülung ist meist deutlich von den anderen abgehoben (oft durch die sehr viel größere Form).

Die andere Knöpfe sind oft für das Bidet oder um eine Geräuschkulisse zu erzeugen, welche die eigenen, nicht so angenehmen Geräusche übertönen soll.

 

High-Tech Toiletten in Japan

 

Klopantoffel

Für uns etwas unüblich, stellen Japaner ganz oft ein paar Hausschuhe nur für die Toilette parat. Beim Betreten der Toilette (manchmal vom Hauptbad getrennt) schlüpft man also in die Klopantoffel und nutzt sie allein für diesen Raum. Beim Verlassen des Toilettenraums solltet ihr hier unbedingt darauf achten, die Hausschuhe wieder auszuziehen. Ein Fauxpax, der Ausländern hier gerne passiert, ist, die Pantoffel auch ausserhalb der Toilette anzubehalten. Dies betrachtet man jedoch als äußerst unhygienisch.

Mein Tipp: Um dem komplett zu entgehen, empfehle ich dir, Hausschuhe auch im Haus zu nutzen. Diese musst du beim Betreten des Bad ausziehen und stolperst beim Verlassen das selbigen dann quasi wieder drüber. Das macht es manchmal etwas einfacher, die Kloschuhe nicht ausserhalb des dafür vorgesehenen Bereiches zu benutzen.

 

Onsen: Das Bad vor dem Bad

Wenn du in den Genuss eines Onsens (温泉) kommst, (was ich dir in jedem Fall empfehlen kann) dann achte darauf, dass der Männer- und der Frauenbereich hier oft voneinander getrennt sind. Hab keine Angst, wenn du die Schriftzeichen an den Eingängen nicht lesen kannst. Das Personal hilft dir hier gerne weiter.

Was du aber unbedingt wissen solltest, wenn du ein japanisches Bad oder Onsen aufsuchst, ist, dass du dich gründlich reinigen musst, bevor du ins klare Onsen-Wasser steigst. Die reinigende Funktion ist hier nur symbolisch. Hier steht mehr die Entspannung im Vordergrund.

Achte beim Eintauchen des Beckens also darauf, dass du dich gut abgeduscht hast, deine Füße nicht mehr schmutzig sind und auch keine Shampooüberreste mehr an deinen Haaren kleben. Dann sollte alles gutgehen.

 

Bad in Japan
© pixabay.com

 

Esstäbchen ins Essen stecken

Zugegebenermaßen isst man auch hierzulande schon in vielen Restaurants mit Stäbchen, weshalb viele damit kein Problem mehr haben sollten. Bedenke jedoch, dass es sich bei den Essstäbchen (hashi) weiterhin um ein Werkzeug handelt und nicht um ein Spielzeug. Wildes Herumgefuchtel, oder damit auf jemanden zeigen ist ein absolutes No-Go!

Am schlimmsten ist es jedoch, wenn du die Essstäbchen ins Essen (bspw. den Reis) steckst. Damit erinnern sie nämlich an Räucherstäbchen bei Trauerzeremonien und ist ziemlich respektlos.

 

Nama Udon

 

Zur falschen Zeit am falschen Ort

In Japan kam es in der Vergangenheit öfter zu Übergriffen auf Frauen, weshalb man die sog. Frauenwagons ,,erschaffen“ hat. Diese sind zur besseren Abhebung von den anderen Wagen meist rosa. Darüber hinaus sind sie jedoch durch diverse Schilder (inkl. Illustrationen) gekennzeichnet.

Diese Wagons sind ausschließlich Frauen vorbehalten – meistens jedoch nur gegen Abend und nicht den ganzen Tag lang. Das bedeutet, dass es richtig Ärger geben kann, wenn du dich als Mann in den Abendstunden in ein solches Zugabteil verirren solltest.

Besser wäre es also, ein wenig darauf zu achten und sich ggf. an seiner Umwelt zu orientieren. 😉

 

Bad in Japan
© pixabay.com

 

Der gaijin-Bonus

Während du die bisher genannten Dinge schon einmal gehört haben könntest, steht der sog. gaijin-Bonus in keinem Reiseführer und wird dir daher nicht unbedingt ein Begriff sein.

Gaijin bedeutet soviel wie ,,Ausländer“, wird aber auch gerne als Schimpfwort gegenüber Ausländern benutzt. Es liegt nun an dir, ob du dich persönlich angegriffen fühlst, wenn dich jemand damit bezeichnet, oder nicht, denn wollte man jemanden nur als ,,Ausländer“ bezeichnen, gäbe es noch andere Wörter.

Auch wenn es eigentlich ein Schimpfwort ist, kann dir der sog. gaijin-Bonus manchmal sehr zu Gute kommen, denn viele Japaner gehen erst einmal davon aus, dass du nichts mit ihren Sitten und Bräuchen anfangen kannst, weshalb es durchaus vorkommen kann, dass sie dich auch einmal komplett ignorieren. Dennoch kann er dann von Vorteil sein, wenn du dich versehentlich nicht an eine der oben erwähnten Tipps hältst – bspw. wenn du abends als Mann in ein Frauenabteil der Bahn steigst.

Dann heisst es oft auch mal: ,,Naja, er ist ja ein gaijin und konnte es nicht wissen.“

Ansonsten sind Japaner aber sehr hilfsbereit und nett und helfen dir immer gerne weiter, auch wenn sie deine Sprache nicht sprechen. Du siehst also, dass du überhaupt keine Angst vor möglichen Fettnäpfchen in Japan haben musst.

Wenn du wissen möchtest, welche Pannen einem auf einer Reise durch Japan noch passieren können, dann lies doch einmal in den Artikel von Tiny Traveler rein. Christin erzählt euch darin von ihren größten Reisepannen in Japan.

Buchempfehlung
Übrigens ein sehr interessantes und zugleich unheimlich komisches Buch zum Thema haben Kerstin und Andreas Fels herausgebracht. Der Fettnäpfchenführer Japan beschreibt ganz gut wie es ist, die Axt im Chrysanthemenwald zu sein. (Amazon Partnerlink)

Solltest du darüber hinaus noch ein paar Infos benötigen, kann ich dir folgende Reiseführer ans Herz legen. Besonders der von LonelyPlanet* ist wunderschön und ganz großartig aufbereitet.

 

*Das Copyright des Beitragsbildes liegt bei pixabay.com

Hi, ich bin Kathi und bin reisesüchtig. Fremde Kulturen faszinieren mich genauso sehr wie die Sprachen, Bräuche und Sitten anderer Länder. Auf Kulturtänzer zeige ich dir, welche Orte du besucht, welche Speisen du probiert und welche Feste du gefeiert haben musst.

18 Comments

  1. Annika
    13. Februar 2017

    Liebe Kathi,
    ja die Japaner sind schon ein interessantes Volk. Die Fettnäpfchen kannte ich alle noch nicht. Ich weiß zwar nicht, ob ich mal nach Japan reisen werde, aber zumindest den Tipp „die Stäbchen nicht ins Essen“ zu stecken werde ich mir für die nächsten Besuche in Asia-Restaurants mal merken (keine Ahnung, ob ich das sonst schon mal gemacht hab – ich hab einfach nicht drauf geachtet).
    LG Annika

    Antworten
    1. Kathi
      13. Februar 2017

      Liebe Annika,
      ich hoffe sehr, dass es dich mal nach Japan verschlägt. Neben allen Kuriositäten ist es ein wunderbares Land. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  2. Jessica
    16. Februar 2017

    Liebe Kati,
    das Wort Klopantoffel hat nun echt meinen Tag verschönert. Wie witzig! So was ähnliches gibts auch in Sri Lanka, allerdings sind die Pantoffeln da nur für die Gäste, denn die Gastgeber und Einheimischen Stapfen auch in ein total nasses Bad.

    Antworten
    1. Kathi
      18. Februar 2017

      Liebe Jessica,
      das freut mich. 🙂 Dass es eine ähnliche Tradition auch in Sri Lanka gibt, wusste ich gar nicht. Da hab ich am Ende auch noch was gelernt. 🙂
      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  3. Susanne
    17. Februar 2017

    Liebe Kathi,
    ich habe mich bisher noch nicht mit Japan und den Bräuchen/ Gewohnheiten beschäftigt. Aber es scheint ein Abendfüllendes Thema zu sein. Von den Toiletten hatte ich schon gehört und finde sie echt spannend. Ich glaube, ich würde dem Spieltrieb folgen und erst einmal alles ausprobieren. Klopantoffeln finde ich klasse. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen.
    Ja und Frauenwagen in der U-Bahn könnte ich mir für Berlin auch gut vorstellen. Manchmal ist es abends echt nicht schön und ich suche mir gezielt den Wagen aus. Aber ob das bei uns klappen würde? Wahrscheinlich genauso gut wie die Nutzung der Frauen- oder Mutter/Kind- Parkplätze im Parkhaus 🙁

    Antworten
    1. Kathi
      18. Februar 2017

      Liebe Susanne,
      tatsächlich gibt es von den japanischen Gepflogenheiten eine ganze Menge und viele von ihnen sind ganz schön kurios.
      Ja, tatsächlich kann es abends in Berlin ganz schön unangenehm sein. Die Frage ist natürlich auch, ob die Frauenwagons tatsächlich etwas bieten, oder ob sie mehr zur psychischen Beruhigung der Menschen eingeführt wurden.
      Ich denke auch, dass es mit der Nutzungssituation der Mutter/Kind-Parkplätze bei uns vergleichbar ist: nette Idee, aber daran halten tut sich vermutlich keiner…

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  4. Anja
    18. Februar 2017

    Hallo Kathi,
    Japan steht zwar vorerst nicht auf meiner Liste aber ich fand den Artikel wirklich sehr interessant. Toll finde ich den Frauenwagen. Wenn ich spät noch mit der Straßenbahn fahre wünsche ich mir manches mal solch einen Wagen.
    LG
    Anja

    Antworten
    1. Kathi
      18. Februar 2017

      Liebe Anja,
      ich danke dir. 🙂 Tatsächlich wäre so ein Frauenwagen für jede größere Stadt empfehlenswert. 🙂
      Vielleicht schaffst du es ja mal in das Land der aufgehenden Sonne. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  5. Elena
    19. Februar 2017

    Hallo Kathi,
    was für spannende Tipps! Ich habe vor Jahren in einer Firma gearbeitet, die Produkte eines japanischen Herstellers vertrieben hat und extra für die „hohen“ Besuche gab es bei uns im Büro ein Buch mit NoGos, damit wir nicht alles falsch machen. Deine Tipps waren da natürlich nicht erwähnt, aber auch wenn ich damals aufmerksam gelesen habe – jetzt weiß ich deutlich mehr!
    Danke dafür und liebe Grüße
    Elena

    Antworten
    1. Kathi
      20. Februar 2017

      Liebe Elena,

      ich danke dir. 🙂 Oh, wie spannend. Vermutlich war die richtige Art des Visitenkarten-Annehmens und -Überreichens ein Thema. Ich hoffe, meine Tipps helfen wir, wenn du einmal Urlaub in Japan machen wirst. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  6. Alexandra
    19. Februar 2017

    Liebe Kathi, Japan steht mit ganz oben auf der „Bucket Liste“, dank Deines spannenden und unterhaltsamen Berichts wäre ich nun bestens gewappnet :-). In Delhi in Indien gibt es auch solche Frauenwaggons, allerdings sind die ganz langweilig weiß, das mit der rosa Farbe gefällt mir! Für die Nutzung der WCs scheint man erst mal einen Japanischkurs belegen zu müssen :-). LG, Alexandra

    Antworten
    1. Kathi
      20. Februar 2017

      Liebe Alexandra,
      ich danke dir. 🙂 Mir war ja gar nicht klar, in wievielen Ländern es diese Frauenwagons gibt… vermutlich in allen, in denen sie dringend notwendig sind.
      Waren diese Wagons denn ganztägig den Frauen vorbehalten oder gab es da bestimmte Uhrzeiten?

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  7. Hartmut
    20. Februar 2017

    Liebe Kathi,
    toller Bericht! Japan ist unter der Top-5 auf unserer Bucketliste und eigentlich bin ich nicht wirklich unruhig, dass man in irgendwelche Fettnäpfchen treten könnte bzw wird. Denke, dass kommt immer mal vor, auch in anderen Länder, und da muss man dann eben durch.
    Ich finde so ziemlich alles faszinierend, was ich über Japan lese, auch deinen Bericht. Freue mich heute schon auf die Hightech-Toiletten!!! 😉
    LG
    Hartmut

    Antworten
    1. Kathi
      20. Februar 2017

      Lieber Hartmut,
      das freut mich sehr. Eigentlich muss man sich auch gar keinen Stress machen. 🙂 Ich bin gespannt, was du von deiner Reise erzählst. Melde dich gerne, wenn du noch Tipps brauchst. 🙂
      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  8. Mario
    20. Februar 2017

    Hallo Kathi,

    interessant die Tipps. Japan wollen wir irgendwann auch noch mal besuchen, wegen dem vielem Powderschnee in einigen Regionen.

    Gruss Mario

    Antworten
    1. Kathi
      20. Februar 2017

      Hi Mario,

      aber doch hoffentlich nicht nur deswegen. 🙂 Japan hat so viel zu bieten. 🙂

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten
  9. Nicolo
    20. Februar 2017

    Hallo Kathi,
    selbst war ich ja noch nicht in Japan. Ich musste beruflich aber für unsere Firma mal die Mitbringsel aussuchen. Ach herrje, war das eine Aktion. Was dort gut ankommt und was nicht, welche Farben für so ein Geschenk verwendet werden sollten und welche nicht. Ich hatte das Gefühl, dass vor mir 20 Fettnäpfchen stehen, die es zu umschiffen galt.

    Aber ich fand das auch spannend. Denn ich merkte, dass hier noch tief verankerte Traditionen gelebt werden und es ein komplett anderer Kulturkreis ist.

    Auf meiner Welt-Kreuzfahrt mit 67 sollte Japan daher nicht fehlen – ist aber noch ein paar Jahre hin.

    Sonnige Grüße,
    Nicolo

    Antworten
    1. Kathi
      22. Februar 2017

      Lieber Nicolo,
      das glaub ich dir. Vor der Situation stehe ich heute auch noch oft.
      Ja, das stimmt. bei deiner Welt-Kreuzfahrt darf Japan nicht fehlen und vielleicht schaffst du es ja auch schon vorher mal dahin. 😉

      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten

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