Koreas Hanok Villages

Traditionelles Korea
Koreas Hanok Villages

Reise ins alte Korea

Als ich bei der Planung unseres Korea Trips von Koreas Hanok Villages (한옥마을) erfuhr, war klar: hierbei handelt es sich um ein Volkskundedorf. Zugegebenermaßen ist das ein Begriff, der mein Interesse für gewöhnlich nicht hinterm Sofa hervorlocken kann. Die Bilder, die damit verbunden waren, weckten allerdings meine Neugier.

Wenn du dich genauso sehr für die Kultur und die traditionelle Seite Koreas interessierst wie ich, dann solltest du den Hanok Villages, von denen es in Südkorea einige gibt, unbedingt einen Besuch abstatten. Sie zeigen dir das Land nämlich noch einmal von einer ganz anderen Seite.

Dabei ist es vollkommen dir überlassen, wo du ein solches Dorf besuchen möchtest. Wir haben uns einige angeschaut und wollen dir einmal einen kurzen Einblick in die jeweiligen „Dörfer“ geben.

 

 

Was ist ein Hanok?

Der Begriff Hanok (한옥) beschreibt ein traditionelles koreanisches Haus. Prinzipiell versucht man bei der Errichtung des Gebäudes eine Koexistenz von Mensch und Natur zu schaffen. Dies spiegelt sich in der Positionierung des Hauses, der Einrichtung desgleichen sowie in den verwendeten Materialien wieder.

Um den geeigneten Standort eines Hauses zu finden ist dabei gar nicht so einfach, weshalb es auch einen eigenen Begriff dafür gibt. Die Ermittlung des idealen Standorts des Hauses wird Baesanimsu (배산임수) genannt. Dabei ist es wichtig, dass das Haus eine Wasserquelle sowie einen Berg in er Nähe hat.

Welchen Grundriss das Haus dabei haben soll ist stark von den klimatischen Bedingungen abhängig. In den kälteren Regionen ist es üblich, die Häuser quadratisch zu bauen, da diese Gebäudeform die Wärme besser speichern kann. Die Fenster sind auf ein Minimum reduziert und die Räume sind miteinander verbunden.

 

 

Bereits in früher Zeit kannte man das Fußbodenheizungen, die dementsprechend bei den meisten Häusern verbaut wurden. Sie nennen sich ondol (온돌) und boten bereits damals einen gewissen Luxus.

In wärmeren Regionen haben die Häuser meist eine längliche oder eine L-Form und sich mit mehreren Fenstern versehen, die eine gute Luftzirkulation gewährleisten.
Oftmals sind die unterschiedlichen Gebäude durch einen überdachten Korridor miteinander verbunden. Sie werden daecheong (대청) genannt und dienen auch hier wieder der Luftzirkulation.

Die verwendeten Materialien sind alle natürlichen Ursprungs. Egal, ob Stein, Holz, Erde oder Reispapier (hanji, 한지). Das Reispapier ist durch eine spezielle Lasierung sogar witterungsbeständig.

 

Alte Häuser

 

Bukchon Hanok Village

Das Bukchon Hanok Village (북촌한옥마을) befindet sich in Seoul. Es befindet sich zwischen dem wunderschönen Gyeongbok Palast, dem atemberaubenden Changdeok Palast und dem Jongmyo Royal Schrein.

Bukchon bedeutet soviel wie nördliches Dorf und bestimmt dadurch auch seinen Standort. Im Norden der Stadt befindlich, grenzt es an die Stadtviertel Wonseo-dong, Jae-dong, Gye-dong, Gahoe-dong und Insa-dong.

Anders als bei anderen Hanok Dörfern, wurde dieses nicht für die Touristen gebaut. Hier lebte tatsächlich einst die Herrscherklasse und auch heute leben hier noch ihre Nachfahren.

Hier ist aufgrund seiner prominenten Nachbarn immer viel los. Wenn du etwas ungestörter sein möchtest, solltest du es dir früh morgens anschauen. Auf keinen Fall solltest du es dir aber entgehen lassen. Die Häuser und Gassen sind einfach malerisch.

 

 

Namsangol Hanok Village

Dieses Hanok Dorf wurde 1998 am Fuße des Berges Namsan eröffnet. Es ist kein echtes Dorf, das man heute besichtigen kann, sondern ein reines Kunstdorf. Es hat musealen Charakter und möchte seinen Besuchern zeigen, wie man damals gelebt hat.

Mit fünf traditionellen koreanischen Häusern, einem traditionellen Garten, einem Pavillon und einer Bühne gibt das Dorf nicht nur einen idealen Einblick in das damalige Leben und gibt den Besuchern die Möglichkeit, dem rasanten Stadttrubel zu entgehen.

Ich persönlich finde es schön, dass dieses Dorf als eigenes Areal etwas abgegrenzt zur restlichen Stadt liegt. Dadurch ist es zwar nicht so in die Stadt integriert wie das Bukchon Hanok Village, du hast allerdings die Möglichkeit, dir alles in Ruhe anzuschauen.

Hier lohnt sich übrigens ein Blick in die Häuser. Man darf sie zwar nicht betreten, aber ein Blick ins Innere ist aufschlussreich und interessant.

 

 

Jeonju Hanok Village

Das Hanok Village in Jeonju (전주한옥마을 ) wird auch Slow City (슬로시티) genannt und befindet sich etwas abseits des Stadtkerns. Es ist wirklich malerisch, wenn auch etwas künstlich, aber definitiv lohnenswert.

Das Dorf besteht aus ca. 800 Hanok Häusern und bewahrt so den historischen und traditionellen Charme der sonst modernisierten Stadt. Jedes von ihnen ist in zwei Teile aufgeteilt: den Anchae und den Sarangchae.

Männer und Frauen mussten getrennt untergebracht werden. Während Anchae (innerer Flügel) den inneren Wohnraum beschreibt, meint Sarangchae (äußere Flügel) den äußeren Hausbereich, der für öffentliche Zwecke, wie bspw. Bankette, genutzt wurde. Dies betraf natürlich nur Häuser reicherer Familien. Privathäuser waren meist sehr viel kleiner und konnten sich einen Luxus wie innerer und äußerer Flügel nicht leisten bzw. war auch nicht notwendig.

 

 

Ein Hanok-Dorf bietet dir also die optimale Möglichkeit, kostenlos einen Einblick in das alte Korea zu erlangen. Diese Möglichkeit solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.

 

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Koreas Hanok Villages

 

Hi, ich bin Kathi und bin reisesüchtig. Fremde Kulturen faszinieren mich genauso sehr wie die Sprachen, Bräuche und Sitten anderer Länder. Auf Kulturtänzer zeige ich dir, welche Orte du besucht, welche Speisen du probiert und welche Feste du gefeiert haben musst.

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