Sensō-ji – Tokios bedeutendster Tempel

Sensō-ji
Sensō-ji

Tokios bedeutendster Tempel

Der Kinryū-zan Sensō-ji (jap.: 金龍山浅草寺), ein buddhistischer Tempel im Herzen des Tokioter Stadtteils Asakusa (浅草), ist der älteste und bedeutendste Tempel der japanischen Hauptstadt und daher unbedingt einen Besuch wert.

 

Das Tor des Donners

Bereits von weitem sieht man das Tor, welches den Eingang zum Sensō-ji markiert. Durch seine leuchtend rote Farbe und seinen Größe ist es recht auffällig, doch mir fällt als erstes die riesige Papierlaterne auf, auf welcher die Zeichen Kaminari-mon (雷門) zu sehen sind. Übersetzt bedeutet das so viel wie „Donnertor“ und geben dem Tor heute seinen Namen.

Das Tor selbst ist 11,7 Meter hoch und 11,4 Meter breit. Ursprünglich wurde das Tor 942 erbaut und stand weiter südlich, ehe man es 1635 an seine heutige Stelle versetzte. Das Tor brannte im Laufe seiner Geschichte mehrere Male ab. Seine heute Form und Gestalt stammt aus dem Jahr 1960, weshalb es noch gut erhalten und vergleichsweise jung ist.

 

Sensō-ji
Das Kaminari-mon.

 

Sensō-ji
Die riesige Papierlaterne des Kaminari-mon.

 

Nakamise-dori

Wer das Tor durchschreitet gelangt zur Nakamise-dori (仲見世通り), einer kleinen Einkaufsstrasse, auf deren ca. 250 Meter sich kleine japanische Shops und Essensstände dicht an dicht aneinanderreihen.

Der Stil der Geschäfte ist im altjapanischen Stil gehalten und ist dadurch nicht nur besonders schön anzusehen, sondern man fühlt sich auch ins mittelalterliche Japan zurückversetzt.

Wer mag, kann hier Dekoartikel im Edô-Stil (wie sich Tokio im Mittelalter nannte) oder andere Souvenirs kaufen. Da der Tempel jedoch eine der Haupttouristenattraktionen ist, sind die Preise für Souvenirs hier vergleichsweise höher. Ich würde dir daher empfehlen deine Mitbringsel nicht unbedingt hier zu kaufen.

 

Sensō-ji
Auf der Nakamise-dori drängen sich die Geschäfte dicht an dicht.

 

Und noch ein Tor

Vom Kaminari-mon läufst du über die Einkaufsstrasse direkt auf das nächste Tor zu, das es zu passieren gilt: das Hozō-mon (宝蔵門). Dieses Tor markiert den inneren Tempelkomplex.

Auch dieses Tor ist mehrmals niedergebrannt. Zuletzt fiel es einem Feuer im zweiten Weltkrieg 1945 zum Opfer.

Der Eingang des Tores ist dreiteilt. Je rechts und links auf der südlichen Seite des Tors stehen 2 über 5 Meter hohe Statuen. Sie stellen die Niō (仁王), die ziemlich muskulären Wächter von Buddha dar. Aus diesem Grund wurde dieses Tor auch einst Niō-mon (仁王門) genannte.

Darüber befinden sich zwei Lagerräume, welche die Schätze (meist Sutren) des Tempels sowie allerlei buddhistische Artefakte beinhalten. Aus diesem Grund wurde das Tor auch in Hozō-mon umbenannt, was wörtlich soviel wie „Schatzkammer-Tor“ bedeutet.

Durchschreitest du das Tor, gelangst du in den inneren Tempelkomplex. Doch bevor du diesen betrittst, solltest du das Reinigungsritual vollziehen. Dabei reinigst du deine Hände und deinen Mund mit Wasser. Dies kannst du am sog. Omizuya / Omizusha (お水舎), einer eigens dafür vorgesehenen Stelle mit Brunnen, tun.

 

Das Hozō-mon ist das zweite Tor, das du passieren musst, um zum inneren Tempelkomplex zu gelangen.

 

Asakusa-jinja
Omizuya beim Sensō-ji.

 

Der Tempelbezirk

Nach passieren des Hozō-mon, gelangst du auf den Tempelvorplatz. Du schaust direkt auf die Haupthalle des Sensō-ji, welcher der Gnadengottheit Kannon gewidmet ist. Die Haupthalle, auch Kannondō (観音堂) genannt, wird unterteilt in das innere Heiligtum (naijin) und das äußere Heiligtum (gejin).

 

Die Haupthalle des Sensō-ji
Die Haupthalle des Sensō-ji.

 

Die Haupthalle des Sensō-ji

 

Dahinter siehst du die fünfstöckige Pagode, welche imposant in die Höhe ragt und welche ich ganz besonders beeindruckend finde.

Das ältste erhaltene Gebäude des Komplexes ist jedoch die Sechseck-Halle (rokkakudō), die noch aus der Muromachi-Zeit stammt.

 

Die fünfstöckige Pagode des Sensō-ji

 

Asakusa-jinja

Nicht weniger sehenswert, aber leider oft von den Besuchern missachtet ist der Asakusa-jinja (浅草神社), ein shintoistischer Schrein. Hier werden drei Männer verehrt, die für den Bau des benachbarten buddhistischen Tempel verantwortlich gewesen sein sollen. Es handelt sich dabei um Hinokuma Hamanari, Hinokuma Takenari und Hajino Nakatomo.

Der Schreinbezirk wird durch ein Torii betreten, welches durch seine Größe meiner Meinung nach schon fast zu imposant für den kleinen Schrein ist.

Shintoistische Schreine sind bekannt für ihr schlichtes Design mit reduzierter Farbgebung. Ein Grund, warum sie mir meist sehr viel besser gefallen, als die pompösen buddhistischen Tempel. Allerdings führt dies oft dazu, dass sie übersehen werden. Besonders, wenn in unmittelbarer Nähe ein solcher Prachtbau an Tempel wie der Sensō-ji steht.

 

Asakusa-jinja
Das Torii vor dem Asakusa-jinja.

 

Asakusa-jinja
Asakusa-jinja

 

Das Sanja-Matsuri

Auch wenn man es nicht glauben mag, so richten die Betreiber des Asakusa-Schreins eines der größten Feste Tokios aus: das Sanja-Matsuri (三社祭).

Am dritten Maiwochenende jeden Jahres wird im Asakusa-Schrein das Sanja-Fest zu Ehren der drei Bauherren des Sensō-ji, Hinokuma Hamanari, Hinokuma Takenari und Hajino Nakatomo, gefeiert. Dabei werden, ähnlich wie auch beim Gion-matsuri, drei Mikoshi, tragbare Festschreine, zu japanischer Musik und gefolgt von traditionellen Tänzen durch die Stadt getragen.

Das Fest erstreckt sich dabei über mehrere Tage und begeistert bis zu 2 Millionen Besucher.
Ganz schön beeindruckend für einen so kleinen Schrein, ein solch großes Fest auzurichten.

Ich kann dir den Besuch des Sensō-ji (sowie des Asakusa-jinja) nur empfehlen. Auch wenn es täglich viele Menschen hierher zieht, so wird es garantiert ein Highlight deines nächstes Tokiobesuchs sein.

Ein Tipp: Ein Besuch des Tempelkomplex lohnt sich übrigens auch abends. Die Geschäfte haben dann geschlossen und es sind kaum Menschen hier. Der Tempel wird aber sehr schön beleuchtet, was für eine einzigartige Stimmung sorgt.

Bist du neugierig auf Asakusa und seine Geschichte geworden? Wie wäre es dann mit einer Stadtführung durch diesen Teil Tokios? Erfahre mehr zu den Legenden, die sich um den Sensō-ji ranken und was gibt es in Asakusa eigentlich noch? Finde es bei einer Stadtführung heraus.

 

Hi, ich bin Kathi und bin reisesüchtig. Fremde Kulturen faszinieren mich genauso sehr wie die Sprachen, Bräuche und Sitten anderer Länder. Auf Kulturtänzer zeige ich dir, welche Orte du besucht, welche Speisen du probiert und welche Feste du gefeiert haben musst.

2 Comments

  1. Tabitha
    26. Februar 2017

    Wir haben unser Hotel in Asakusa gebucht, da müsste der Tempel gleich um die Ecke sein. Ich freu mich schon drauf auch so schöne Bilder von der Papierlaterne machen zu können 🙂

    Antworten
    1. Kathi
      26. Februar 2017

      Liebe Tabitha,
      ich hatte damals auch ein Hostel direkt um die Ecke. 🙂 Das war super: zentral und doch recht ruhig.
      Ich freue mich schon auf deine Fotos. 🙂
      Melde dich gerne, wenn du noch Tipps brauchst, oder Fragen hast.
      Viele liebe Grüße
      Kathi

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.