
Stralsund – Entdecke die Stadt an der Ostsee
Es gibt Städte, die überraschen einen einfach und Stralsund gehört für mich dazu. Die Hansestadt an der Ostsee empfängt ihre Besucher mit maritimem Flair, einer Altstadt voller Geschichte und einem ganz besonderen Charme. Zwischen Backsteingotik, kleinen Gassen, dem Blick auf die Ostsee und Highlights wie dem Ozeaneum ist Stralsund unbedingt eine Reise wert. Kein Wunder, dass die Altstadt seit 2002 zum UNESCO-Welterbe gehört.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meinen Spaziergang durch Stralsund, zeige dir die schönsten Sehenswürdigkeiten und verrate ein paar Tipps, wie du die Stadt am besten genießen kannst – ob bei einem Rundgang durch die historische Altstadt, einem Abstecher an den Hafen oder beim Fischbrötchen mit Meerblick.
Anreise nach Stralsund
Stralsund liegt direkt an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern und ist sehr gut erreichbar – egal, ob du mit dem Auto, der Bahn oder sogar mit dem Flugzeug anreisen möchtest.
Mit dem Zug nach Stralsund
Die Deutsche Bahn bringt dich mehrmals täglich von Berlin, Hamburg oder Rostock nach Stralsund. Die Fahrt von Berlin mit dem RE dauert knapp 3 Stunden, von Hamburg sind es etwa 4 Stunden. Besonders praktisch: Viele Züge fahren direkt, ohne Umstieg dorthin.
Tipp: Die Fahrten mit dem RE sind im Deutschlandticket inkludiert.
Mit dem Auto nach Stralsund
Von Berlin aus erreichst du Stralsund über die A20 in ca. 3 Stunden, aus Hamburg dauert die Fahrt etwa 3,5 Stunden.
Tipp: Innerhalb der Altstadt sind viele Bereiche autofrei. Am besten nutzt du einen der Parkplätze am Stadtrand und schlenderst hinein.
Mit dem Flugzeug & Fernbus
Der nächste größere Flughafen ist Rostock-Laage (ca. 1,5 Stunden Fahrt), von dort fahren Shuttlebusse oder Mietwagen weiter. Auch von Berlin und Hamburg aus gibt es gute Verbindungen. Fernbusse bieten ebenfalls günstige Direktfahrten nach Stralsund an.
Über Stralsund
Stralsund wird oft als das Tor zur Insel Rügen bezeichnet und das aus gutem Grund: Direkt an der Ostseeküste gelegen, verbindet die imposante Rügenbrücke die Stadt mit der Insel Rügen. Doch Stralsund ist weit mehr als nur ein Durchgangsort.
Die Hansestadt Stralsund blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Bereits 1234 erhielt sie das Stadtrecht und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Mitglied der Hanse, dem mittelalterlichen Handelsbund der Ostsee. Ihr Wohlstand zeigte sich in prächtigen Kaufmannshäusern, Kirchen und dem imposanten Rathaus – viele dieser Bauten prägen das Stadtbild bis heute.
Besonders die Backsteingotik macht Stralsund einzigartig. Mit ihrer Mischung aus hanseatischem Handel, norddeutscher Architektur und maritimer Lage wurde die Altstadt 2002 gemeinsam mit Wismar zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Heute ist Stralsund eine lebendige Hafenstadt, die Tradition und Moderne vereint: historische Fassaden treffen auf maritime Museen wie das Ozeaneum, kleine Cafés liegen neben gotischen Kirchen, und vom Hafen aus weht stets die salzige Brise der Ostsee herüber.
Die Altstadt – Backsteingotik und hanseatischer Charme
Mein Rundgang begann am Alten Markt, wo das gotische Rathaus stolz in die Höhe ragt. Die filigranen Türmchen, der rote Backstein und die feinen Verzierungen erzählen allerhand Geschichten.
Besonders beeindruckt hat mich das Wulflamhaus – eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt. Kaum zu glauben, dass hier im 14. Jahrhundert Kaufleute mit feinen Stoffen und exotischen Waren aus aller Welt handelten.
Tipp: Nimm dir Zeit, einfach durch die kleinen Gassen der Altstadt zu schlendern. Hinter jeder Ecke wartet ein Fotomotiv: bunt gestrichene Giebelhäuser, kleine Cafés und Kopfsteinpflaster, das im Abendlicht golden schimmert.


Kirchen
Die Marienkirche – Stralsunds Wahrzeichen
Die Marienkirche ist kaum zu übersehen. Mit 104 m Höhe war sie lange Zeit das höchste Bauwerk der Welt. Der Aufstieg auf den Turm ist zwar schweißtreibend, aber die Aussicht über die Dächer der Stadt, die Ostsee und die Insel Rügen ist atemberaubend.
Die St.-Marienkirche in Stralsund gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der norddeutschen Backsteingotik aus dem Jahr 1298. Im 14. Jahrhundert wurde sie zu einer mächtigen Basilika mit Chorumgang und Kapellenkranz. 1382 stürzte der Turm ein und zerstörte Teile der Kirche, doch schon bald begann der Wiederaufbau. Mit ihrer gewaltigen gotischen Turmspitze erreichte die Marienkirche zeitweise angeblich über 151 Meter und galt damit als höchstes Bauwerk der Welt. Ein Blitzschlag 1647 setzte jedoch den Helm in Brand, das Dach stürzte ein und das Innere wurde schwer beschädigt. 1708 erhielt der Turm schließlich seine barocke Haube, die ihm bis heute sein charakteristisches Erscheinungsbild verleiht. Über die Jahrhunderte prägten Reformation, Kriege und Brände die Ausstattung; dennoch sind bedeutende Kunstwerke wie die Stellwagen-Orgel von 1659, Malereien, Epitaphien und Renaissance-Leuchter erhalten geblieben. Auch als Heumagazin während der französischen Besatzung oder in Zeiten des Verfalls blieb die Kirche ein Wahrzeichen der Stadt. Heute ist sie nach umfangreichen Restaurierungen wieder ein prächtiges Beispiel der Backsteingotik und prägt die Silhouette Stralsunds.
Adresse: St.-Marien-Kirche, Marienstraße 16, 18439 Stralsund


Die Nikolai-Kirche – eine Reise ins Mittelalter
Der Innenraum der Nikolaikirche ist einfach atemberaubend. Besonders faszinierend: die astronomische Uhr aus dem Jahr 1394, die immer noch Teile der ursprünglichen Mechanik besitzt.
Die Nikolaikirche ist die älteste und zugleich bedeutendste Pfarrkirche Stralsunds. Ihr Bau begann bald nach der Verleihung der Stadtrechte 1234, urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1276. Zunächst als einfache Hallenkirche geplant, entwickelte sie sich rasch zu einer monumentalen Basilika mit Umgangschor, Kapellenkranz und einer mächtigen Doppelturmanlage. Ihre Lage direkt am Alten Markt und neben dem Rathaus unterstreicht ihre Rolle als Ratskirche: Hier wurden nicht nur Gottesdienste gefeiert, sondern auch städtische Beschlüsse verkündet.
Im Inneren birgt die Kirche zahlreiche Kunstschätze, darunter den spätgotischen Hochaltar, eine astronomische Uhr von 1394 sowie wertvolle Grabplatten und Wandmalereien. 1525 kam es in ihren Mauern zum sogenannten „Stralsunder Kirchenbrechen“, einem Bildersturm während der Reformation, bei dem viele Altäre und Kunstwerke zerstört wurden. Trotz solcher Verluste blieb die Kirche ein Zentrum des religiösen und gesellschaftlichen Lebens.
Brände und Kriege hinterließen Spuren. 1662 etwa, gab es einen Brand, der von der Jacobikirche ausging. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt, doch umfangreiche Restaurierungen stellten ihre Pracht weitgehend wieder her. Heute zählt die Nikolaikirche mit ihrer beeindruckenden Backsteingotik, ihren Orgeln und ihrer reichen Ausstattung zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt Stralsund.
Adresse: St. Nikolai, Ev. Kirchengemeinde, Auf dem St. Nikolaikirchhof 1, 18439 Stralsund
Tipp: Am besten früh hingehen, bevor die Reisegruppen eintreffen – dann kannst du die Stille auf dich wirken lassen.

Ozeaneum
Wenn du Stralsund besuchst, führt kein Weg am Ozeaneum vorbei. Schon von außen beeindruckt das futuristische Gebäude am Hafen und innen tauchst du buchstäblich in die Welt der Meere ein. In der Ausstellung Riesen der Meere schweben lebensgroße Nachbildungen von Walen über den Köpfen der Besucher.
Tipp: Das Ozeaneum ist mit seinen vielen interaktiven Stationen perfekt für Kinder.
Maritimes Flair am Hafen & die Rügenbrücke
Ein Stück weiter kommst du zum Hafen von Stralsund. Besonders schön ist der Blick auf die Gorch Fock I, das imposante Segelschiff, das heute als Museumsschiff dient.
Und dann ist da noch die Rügenbrücke – ein modernes Bauwerk, das Stralsund mit der Insel Rügen verbindet. Vor allem bei Sonnenuntergang, wenn der Himmel rosa-orange leuchtet, wirkt die Brücke fast wie gemalt.
Tipp: Mach unbedingt eine kleine Hafenrundfahrt – Stralsund zeigt sich vom Wasser aus von seiner allerschönsten Seite.



Stralsund für Genießer – Kulinarik mit Ostseebrise
Natürlich gehört zu einer Städtereise auch das Essen. Stralsund ist berühmt für seine Fischrestaurants – frischer Hering, gebratener Zander oder ein deftiges Fischbrötchen am Hafen dürfen nicht fehlen.
Tipp: Probiere das „Stralsunder Bier“ oder gönn dir ein Stück Bismarckhering.
Ruheoasen: Brunnenaue
Nach all den Eindrücken sehnte ich mich nach ein wenig Grün – und fand es in der Brunnenaue, einem Stadtpark mit alten Bäumen und kleinen Teichen. Perfekt für eine Pause mit Picknick oder einfach nur zum Durchatmen.





Stralsund wird dich sicher begeistern. Die architektonische Schönheit dieser Stadt, gepaart mit Meer, ist einfach unheimlich beruhigend. Ein Ausflug nach Stralsund ist ideal, um die Seele baumeln zu lassen und den Kopf freizubekommen.
Ich war definitiv nicht das letzte Mal in Stralsund. Beim nächsten Mal dann vielleicht als Ausgangspunkt für eine Tour nach Rügen oder wieder als Kurztrip, wenn ich Lust auf maritimes Flair, hanseatische Geschichte und Fischbrötchen habe.
Weiterführende Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Stralsund
https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Nikolai-Kirche_%28Stralsund%29
https://www.hst-nikolai.de/kirche-st-nikolai/baueschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Marien-Kirche_%28Stralsund%29



