Daruma – Der japanische Glücksbringer

Daruma – Der japanische Glücksbringer

Daruma

Der japanische Glücksbringer

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Daruma, das sind diese kleinen, meist roten Figuren, die du an Tempeln kaufen kannst und die als Glücksbringer fungieren.

Vielleicht bist du den kleinen Figuren mit den komischen Augen auch schon einmal begegnet – im Asia-Supermarkt oder einem japanischen Restaurant?

In diesem Artikel möchte ich mich diesem japanischen Glücksbringer widmen und dir hoffentlich alle Fragen zu den daruma beantworten.

Daruma: Das Aussehen

Daruma (達磨) haben einen rundlichen Körper und die meisten, denen wir begegnen, sind rot – allerdings gibt es sie auch noch in anderen Farben, die jeweils ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Auf ihrem Körper stehen meist in goldener Schrift die Wörter für „Glück" oder „Beharrlichkeit" und andere Formulierungen und Wünsche an den Seiten. Ihre Augenbrauen haben die Form von Kranichen und ihre Bärte sollen Schildkröten nachgeahmt sein – beides sind Tiere, die „Langlebigkeit" symbolisieren.

Doch den größten Teil der Figur machen eigentlich die Augen aus; oder besser ihre Augenhöhlen. Die Augen der daruma sind nämlich leer. Das hat mit ihrem eigentlichen Zweck, dem Glück bringen zu tun. Derjenige, der sich den daruma kauft, oder ihn vielleicht sogar geschenkt bekommt, wünscht sich etwas und malt dann ein Auge aus. (Mehr dazu weiter unten.)

Für gewöhnlich sind die Puppen des daruma aus Papiermaché gemacht, es gibt sie aber auch als Holz- oder Tonfiguren. Innen sind sie hohl und haben ein kleines Gewicht an der Unterseite, sodass sie immer wieder in ihre Position (auf ihre Beine) zurückkehren. Aus diesem Grund werden sie auch Steh-auf-Männchen genannt. Dieses „Wiederaufstehen" wird außerdem sinnbildlich für Erfolg und das Bewältigen von Schwierigkeiten gesehen.

Daruma – Der japanische Glücksbringer

Daruma: Eine Anleitung

Die Handhabung eines daruma ist eigentlich ganz einfach. Du wünschst dir etwas, und dann malst du eines seiner Augen aus. Meistens malt man einen schwarzen Kreis als Pupille in einen der weißen Kreise. Damit soll der daruma dieses Auge von nun an immer auf das Ziel fokussiert haben. Es ist jedoch wichtig, dass du das linke Auge ausmalst. Ich hab mich immer gefragt, ob damit sein linkes Auge gemeint ist, oder das linke Auge, das ich sehe. Aber es ist tatsächlich das Auge aus deiner Perspektive gemeint; also das rechte Auge des daruma.

Die meisten Japaner*innen kaufen die daruma an Neujahr in Tempeln und nutzen ihn dann selbst, oder verschenken ihn. Da es allerdings ganz unterschiedliche daruma für alle möglichen Wünsche gibt, werden sie eben auch über das Jahr verteilt gekauft.

Sobald das Ziel erreicht ist und der Wunsch in Erfüllung gegangen ist, malt man schließlich das zweite Auge aus. Doch damit ist es noch nicht getan, denn am Ende des Jahres bringt man den daruma für gewöhnlich zurück in den Tempel, in dem man ihn gekauft hat. Dort werden sie zunächst gesammelt und später bei einer traditionelle n Verbrennungszeremonie (daruma kuyo, だるま供養) verbrannt.

Praktisch, denn so kann man sich direkt einen neuen kaufen und ein neues Ziel oder einen neuen Wunsch definieren.

Daruma – Eine Anleitung

Daruma: Farben und ihre Bedeutung

Wenn wir daruma begegnen, dann sind sie überwiegend rot – oder zumindest hatte ich immer das Gefühl. Es hat eine Zeit gedauert, ehe ich festgestellt habe, dass es sie auch noch in anderen Farben gibt und alle Farben eine leicht unterschiedliche Bedeutung haben.

Rot: Bringt Glück bei Arbeit und dem Wettkampf; verspricht Erfolg

Gelb: Geld, Vermögen; Glück

Rosa: Liebe, eine harmonische Beziehung; eine sichere Geburt

Grün: Gesundheit, Schönheit

Schwarz: Wohlstand; wehrt das Böse ab

Violett: wehrt Unheil ab, Unterstützung, langes Leben

Weiß: Neuanfang, Reinheit, Läuterung

Gold: Wohlstand

(Je nach Quelle unterscheiden sich die Bedeutungen ein wenig.)

Auch wenn es nicht sicher belegt ist, nimmt man heute aber dennoch an, dass die traditionelle rote Farbe des daruma, den Roben hochrangiger Priester nachempfunden ist. Auch Bodhidharma wird größtenteils mit einem roten Gewand dargestellt.

Übrigens: daruma werden manchmal auch im Set mit fünf verschiedenen Farben verkauft. Diese nennt man dann goshiki daruma (五色だるま), also fünf Farben daruma.

Daruma und seine unterschiedlichen Farben

Der Ursprung des Daruma

Als Vorbild der daruma diente der buddhistische Mönch Bodhidharma (jap. daruma), der im 6. Jahrhundert nach China reiste. Er fand Zuflucht im berühmten Kloster Shaolin, wo er eine buddhistisch-chinesische Kampfsportart, sowie seine buddhistische Lehre entwickelt haben soll. Diese ist sehr streng und fordert enormen Selbstverzicht sowie viel Meditation. Er nannte sie Ch'an-Buddhismus, die später die Basis des heutigen Zen-Buddhismus bildete.

Doch warum sieht die Figur des daruma so aus, wie sie es heute tut? Nun, einer Legende zufolge praktizierte der Mönch Bodhidharma mehrere Jahre die Sitzmeditation (zazen, 座禅), sodass ihm Arme und Beine abstarben, da er sie nicht bewegte. Und als er eines Tages während einer Meditation einschlief, soll er anschließend so wütend auf sich gewesen sein, dass er sich seine Augenlider ausriss (oder abschnitt). So sollen die Figuren ihr heutiges Aussehen erhalten haben.

Daruma und der Mönch Bodhidharma

Die Entwicklung des Daruma

Der daruma war bereits in der Edo-Zeit (1603-1868) als Bringer von Glück und Wohlstand, aber auch als Schützer vor Krankheiten und Unheil bekannt.

Doch seinen Ursprung hat die Glücksbringer-Pupper in der Stadt Takasaki (高崎), in der Präfektur Gunma (群馬県). Dort hatte der Gründer des Tempels daruma-dera (だるま寺) die Idee, Neujahrsglücksbringer zu bemalen, die in Verbindung zum Tempel und damit natürlich auch zum Mönch Bodhidharma stehen. Dadurch sollte den Tempelbesuchern Glück und Wohlstand zuteilwerden und Unglück sollte abgewandt werden. Im Laufe der Zeit entwickelte man daraus Talismane, deren glückbringende Wirksamkeit auf ein Jahr beschränkt waren, sodass sich die Besucher jedes Jahr einen neuen Glücksbringer kaufen mussten.

So veränderte sich auch die Form über die Jahre und wurde zu der, die wir heute kennen. Während sie anfangs eher einem Menschen ähnelten, da Kopf und restlicher Körper noch voneinander getrennt waren, ähnelten sie später eher Kokons von Seidenraupen, die damals eine wichtige Rolle in der Region spielten.

Erst in der Meiji-Zeit (1868-1912) erhielten die Puppen ihre heutige Form.

In Gedenken an den Ursprung des Glücksbringers wird im Shōrizan-Tempel in Takasaki jedes Jahr ein daruma-Festival und am 6. und 7. Januar ein daruma-Markt abgehalten. In Takasaki werden angeblich 80 % der daruma-Puppen in Japan hergestellt. Und auch auf dem Markt zum Jahresanfang werden die Glücksbringer an über 100 Ständen angeboten. Außerdem lockt man zu gegebenem Anlass mit speziellen daruma-Bentō-Boxen, die mit regionalen Spezialitäten gefüllt sind.

Daruma mit leicht anderer Form

Wo kann ich Daruma kaufen?

Wenn du selbst gerne einen daruma haben möchtest, aber nicht nach Japan kommst oder auch niemanden hast, der ihn dir von dort aus mitbringen kann, führt dein Weg entweder in lokale Geschäfte, wie japanische Läden oder Asia-Supermärkte, oder über das Internet.

Hier findest du ein paar Seiten, auf denen du einen daruma online kaufen kannst:

Japanwelt – Bei Japanwelt findest du eine schöne Auswahl an daruma, in unterschiedlichen Größen und Farben.

Amazon – Klar, dass du auch hier fündig wirst, wenn du auf der Suche nach einem daruma Werbelink bist. Hier findest du ihn übrigens auch in ganz unterschiedlichen Größen und Farben, wie etwas Weiß Werbelink oder Gold Werbelink.

Nanuko – Auch bei Nanuko, einem meiner Lieblingsshops für japanische Lebensmittel, wirst du fündig.

 

Ich hoffe, ich konnte dir den daruma ein wenig näherbringen und dir alle Fragen beantworten. Solltest du dennoch noch welche haben, stell sie doch gerne in den Kommentaren.

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