Nagoya – 24 Stunden in der Hauptstadt der Präfektur Aichi

Nagoya – 24 Stunden in der Hauptstadt von Aichi

Nagoya

24 Stunden in der Hauptstadt der Präfektur Aichi

Die schöne Stadt Nagoya befindet sich im Herzen Japans und wir durften sie während unseres letzten Japan-Besuchs besuchen. Und wie das bei der Erkundung von neuen Städten eben so ist, musste ich relativ schnell feststellen, dass ich Nagoya komplett unterschätzt hatte. Jetzt weiß ich: Mit nur einem Tag wird man dieser Stadt nicht wirklich gerecht. Was wir in der Zeit trotzdem erleben durften, verrate ich dir im Folgenden.

Nagoya – 24 Stunden in der Hauptstadt von Aichi

Über Nagoya

Die Hafenstadt Nagoya (名古屋市) befindet sich in der japanischen Präfektur Aichi, zwischen den bekannteren Kantō- und Kansai-Regionen. Mit ihren 2,3 Mio. Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt Japans. Von Tōkyō sind es gerade einmal 1 Stunde und 45 Minuten und von Kyōto nur locker 40 Minuten bis hierhin.

Bereits im Mittelalter war sie als Handelszentrum bekannt. Oda Nobunaga, wurde sogar hier geboren. Genauer gesagt in der Burg Nagono, der Vorgänger-Burg der Burg Nagoya. 1555 zog er jedoch in die Burg Kiyosu um und verlagerte das Machtzentrum somit nach Kiyosu.

Erst einige Jahre später wurde Nagoya wieder zum (Macht-)Zentrum der Region.

24 Stunden in Nagoya

Burg Nagoya

Die Burg Nagoya (名古屋城, Nagoya-jō) wurde 1532 errichtet und noch im selben Jahr von Oda Nobuhide übernommen. Er zerstörte später große Teile.

Tokugawa Ieyasu, einer der drei Reichseiniger Japans, ordnete im Jahr 1609 jedoch den Neubau der Burg an. Dieser dauerte drei Jahre und so wurde sie 1612 fertiggestellt.

Knapp dreihundert Jahre überlebte der Bau, ehe er dann im Zweiten Weltkrieg massiv zerstört wurde. Doch glücklicherweise empfand man die Burg als wichtig genug, um sie nach dem Krieg wieder aufzubauen.

Heute ist sie besonders für ihre goldenen Delfine (金鯱, kinshachi) berühmt, die an den Dachgiebeln angebracht und gleichzeitig das Symbol der Stadt Nagoya sind

Zur Burganlage gehören ein Garten sowie das Ninomaru-Teehaus, was sich für Spaziergänge nach einem Burgbesuch geradezu anbietet. Besonders im Frühling zur Kirschblüte ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel. Dann wird die Anlage nämlich in ein zart rosafarbenes Meer aus Blüten getaucht – Wunderschön.

 

Adresse: Burg Nagoya, 1-1 Honmaru, Naka Ward, Nagoya, Aichi 460-0031, Japan
Eintritt: 500 JPY (Vergünstigungen für Senioren, Schüler und Kinder)
Öffnungszeiten: 9:00 - 16:30 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr)
https://www.nagoyajo.city.nagoya.jp/en/

24 Stunden in Nagoya – Nagoya Castle

Honmaru-Palast

Der Honmaru-Palast (本丸御殿, honmaru-goten) ist kein Teil der ursprünglichen Burganlage, denn er wurde erst Anfang 1615 errichtet. Er diente Yoshinao Tokugawa und seiner Familie zunächst als Residenz, ehe sie nur fünf Jahre später in den Ninomaru-Palast der Burg Nijō in Kyōto umzogen. Von da an fungierte er als Unterkunft für Shogune, die auf ihrem Weg in die Hauptstadt waren.

Die Räume wurden thematisch gestaltet und die beweglichen Trennwände mit aufwendigen Malereien des Künstlers Kano Sadanobu geschmückt. Der Honmaru-Palast galt einst als schönste Palastanlage des Landes, brannte im Zweiten Weltkrieg jedoch ab.

Wer jetzt enttäuscht ist, dem kann ich jedoch sagen, dass einige der beweglichen Wände samt Malereien gerettet werden konnten.

Der Wiederaufbau des Palasts ist sehr aufwendig und schwierig, weshalb er erst vor einigen Jahren fertiggestellt werden konnte. Verrückt, oder? Das liegt vor allen Dingen daran, dass ausschließlich traditionelle Materialien und Baumethoden genutzt werden sollen.

Atsuta-Schrein

Der Atsuta-Schrein (熱田神宮, Atsuta-jingū) befindet sich im Stadtviertel Atsuta-ku, der ihm auch seinen Namen gibt. Die Hauptgottheit, die hier verehrt wird, ist Atsuta-no-ō-mi-kami, ein anderer Name für die Sonnengöttin Amaterasu. Interessant ist der Schrein auch, weil sich hier angeblich das Kusanagi-no-tsurugi (草薙の剣) befinden soll, ein heiliges Schwert und eine der drei Throninsignien Japans. Da es der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, lässt sich das leider nicht nachprüfen. Darüber hinaus gibt es wilde Spekulationen zu dem Gegenstand.

Der Schrein wurde vermutlich Ende des 1. oder zu Beginn des 2. Jahrhunderts errichtet. Doch von der damaligen Architektur ist heute nicht mehr viel übrig, denn im Jahr 1893 wurde diese stark verändert und dem damaligen Baustil (神明造, shinmei-zukuri) des Ise-Schreins angepasst. Rund vierzig Jahre später soll der Stil dann noch einmal erweitert worden sein.

Leider ist auch der Schrein Opfer des Bombardements des Zweiten Weltkriegs geworden, in dem die meisten Gebäude zerstört wurden. Das Hauptgebäude wurde jedoch relativ schnell wieder aufgebaut.

Heute findest du hier u.a. Häuser für Teezeremonien sowie eine Nō-Theater-Bühne. Außerdem beherbergt der Schrein heute eine private Hochschule zur Ausbildung von Shintō-Priestern.

 

Adresse: Atsuta-Schrein, 1 Chome-1-1 Jingu, Atsuta Ward, Nagoya, Aichi 456-8585, Japan

24 Stunden in Nagoya – Atsuta-Schrein

Ōsu Kannon

Der Ōsu Kannon (大須観音) ist der wichtigste buddhistischer Tempel Nagoyas, der ursprünglich im Jahr 1333 in Ōsu-gō, in der Provinz Owari errichtet wurde (heute als Stadt Hashima in der Präfektur Gifu bekannt). Da es dort aber immer wieder Überschwemmungen gab, wurde der Tempel 1612 jedoch von Tokugawa Ieyasu (den Namen habt ihr weiter oben bereits einmal gehört) an seine heutige Stelle verlegt.

1820 erlitt der Tempel jedoch ein ähnliches Schicksal wie so viele alte Bauten des Landes. Große Teile der Tempelanlage wurden durch ein Feuer zerstört. In den 1970er Jahren, also gerade mal vor rund fünfzig Jahren, wurde er wieder aufgebaut.

Ursprünglich wurde der Ōsu Kannon übrigens erbaut, weil der Oberpriester Shōnin Nōshin einen Traum von Avalokitesvara, dem Buddha des Mitgefühls hatte, der auch als Kannon bekannt ist und wodurch der Tempel seinen Namen hat. Sein offizieller Name lautet sogar Kitanosan Shinpuku-ji Hōshō-in (北野山真福寺宝生院). Da das aber ein wenig lang ist, ist er im Volksmund eher als Ōsu Kannon bekannt.

Heute findest du in dem Tempel auch eine große Bibliothek, die rund 15.000 japanische und chinesische Werke beherbergt. So u.a. auch ein Shinpukuji-Manuskript (真福寺本), das älteste erhaltene Manuskript des Kojiki (古事記, Aufzeichnungen der alten Dinge), welches aus drei Büchern besteht. Es beschreibt die alte mythologische Geschichte Japans und ist ein richtiger Schatz. Darüber hinaus gibt es aber auch andere bedeutende Werke, die als nationale Schätze und richtige Kulturgüter eingeschätzt werden.

Übrigens: Am 18. und 28. jedes Monats finden hier tolle Flohmärkte statt.

 

Adresse: Ōsu Kannon, 2 Chome-21-47 Osu, Naka Ward, Nagoya, Aichi 460-0011, Japan

24 Stunden in Nagoya – Ōsu Kannon

Chubu Electric Power MIRAI Tower

Der Chubu Electric Power MIRAI Tower oder auch Fernsehturm Nagoya (名古屋テレビ塔, Nagoya Terebitō) ist ein 180 Meter hoher Fernsehturm, der auch über eine Aussichtsplattform verfügt.

Der Stahlfachwerkbau wurde im Juni 1954 fertiggestellt. Entworfen wurde er übrigens von Prof. Naitō Tachū, der auch den Fernsehturm Sapporo und den Tōkyō Tower gestaltet hat.

In einer Höhe von 25 bis 30 Metern findest du ein Restaurant, Souvenirläden und eine Galerie. Das Sky Deck befindet sich auf 90 Metern Höhe und ermöglicht dir einen Rundum-Panoramablick über die Stadt Nagoya. Die Aussichtsplattform ist geschlossen, verfügt aber über einen Freiluftbalkon (Sky Balcony) in 100 Metern Höhe.

Der Tower ist eine tolle Möglichkeit, dir einen kleinen Überblick über die Stadt zu verschaffen.

 

Adresse: Chubu Electric Power MIRAI Tower, 3 Chome-6-15先 Nishiki, Naka Ward, Nagoya, Aichi 460-0003, Japan
Eintritt: 600 JPY

24 Stunden in Nagoya – Chubu Electric Power MIRAI Tower

Tokugawa-Kunstmuseum

Das Tokugawa-Kunstmuseum (徳川美術館, Tokugawa Bijutsukan) ist eine private Einrichtung, die Kunstwerke der Owari-Tokugawa verwahrt und sie der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Die Idee zu einem Kunstmuseum kam aus den Reihen der Tokugawa selbst, denn das 14. Oberhaupt der Owari-Linie der Tokugawa war der Grund für die Gründung der Stiftung Reimeikai, aus der 1935 das private Kunstmuseum hervorging.

Natürlich umfasst die Sammlung auch Erbstücke des berühmten Reichseinigers Tokugawa Ieyasu, sowie mehr als 10.000 weitere Kunstobjekte (u.a. Bildrollen, Tongefäße, Utensilien für Teezeremonien, Stellschirme, Lackschalen, Rüstungen, Waffen, Nō-Masken und -Gewänder, Musikinstrumente und vieles mehr).

Als einige der wenigen Gebäude der Stadt hat das Museum die Angriffe im Zweiten Weltkrieg gut überstanden, was sicherlich auch an seiner Lage außerhalb des Stadtzentrums liegt.

Am Eingang des Museums befindet sich ein Tor aus der Edo-Zeit, durch welches man das Museum auch betritt. Wenn du dich für japanische Kunst interessierst, ist der Besuch im Tokugawa-Kunstmuseum ein absoluter Pflichtbesuch.

 

Adresse: Tokugawa-Kunstmuseum, 1017 Tokugawacho, Higashi Ward, Nagoya, Aichi 461-0023, Japan

Aichi-Ken-Gokoku-Schrein

Der Aichi-Ken-Gokoku-Schrein (愛知縣護國神社) oder besser Gokoku-Schrein der Präfektur Aichi hat mir von Anfang an gefallen. Im Frühling ist es umgeben von unzähligen Kirschblütenbäumen, die ihn in ein zart rosafarbenes Meer hüllen. Er bewahrt mehr als 93.000 Säulen von Kriegstoten von Aichi vom Boshin-Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg auf.

Gokoku-Schreine (護国神社, gokoku-jinja, etwa „Schreine zur Verteidigung des Landes“) gibt es überall im Land und in den unterschiedlichsten Städten. Dort werden Soldaten und andere Militärpersonen, die im Krieg auf der japanischen Seite gefallen sind, verehrt.

Früher wurden diese Shintō-Schreine auch shōkonjō (招魂場, „Orte zur Herbeirufung der Seelen“) bzw. shōkonsha (招魂社, „Schreine zur Herbeirufung der Seelen“) genannt.

Die ersten shōkonsha wurde Mitte der 1860er Jahre, zum Ende des Shōgunats erbaut. Einige Jahre später wurde der Bau eines nationalen shōkonsha in Auftrag gegeben, der sich ganz den Soldaten widmen sollte, die für Japan gefallen waren. Daraus entstand der Yasukuni-Schrein.

1939 wurden nach Verordnung des Innenministeriums jedoch alle shōkonsha in gokoku-jinja umbenannt und in designierte und nicht-designierte Schreine unterteilt.

 

Adresse: Aichi-Präfektur Gokoku-Schrein (愛知縣護國神社), 1 Chome-7-3 Sannomaru, Naka Ward, Nagoya, Aichi 460-0001, Japan

24 Stunden in Nagoya – Aichi-Ken-Gokoku-Schrein

Hier übernachtest du

Nagoya bietet eine ganze Reihe von tollen Hotels zu guten Preisen. Viele davon liegen sogar sehr zentral. Wir haben beispielsweise im Hotel Wing International Select Nagoya Sakae Werbelink übernachtet.

Das Hotel bietet saubere Zimmer, die abwechselnd von Etage zu Etage ein anderes Landes-Thema aufweisen. Wir waren beispielsweise auf der Etage Hawaii, weshalb die Einrichtung unseres Zimmers in Orange-Tönen gehalten war. Das war zunächst etwas irritierend, dann aber sehr schön und mal etwas Anderes.

Das Hotel verfügt außerdem über ein sehr gutes Restaurant, in dem auch das Frühstück serviert wird.

 

Adresse: Hotel Wing International Select Nagoya Sakae, 3 - 12 - 23 - 2 Sakae, Naka-ku, Nagoya, Aichi, 460-0008 Japan

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in die Hauptstadt Aichis und die Sehenswürdigkeiten in Nagoya geben. Ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort und plane bereits meinen nächsten Besuch in dieser tollen Stadt. Solltest du noch weitere Lieblingsplätze in Nagoya haben, schreib sie mir doch gerne in die Kommentare, damit ich sie in die Liste mit aufnehmen kann.

24 Stunden in Nagoya – Nagoya Streets

Disclaimer: Beitragsfoto (hoch) von Ashirani Murata auf Unsplash

1 Kommentar

  1. 18. April 2022 / 10:09

    Toller Bericht und eindrückliche Bilder. Herzlichen Dank!

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